1999
Ko n ni chi wa! (Hallo)
von Anna Hawliczek
Mein Name ist Anna Hawliczek, und ich war diesen Sommer mit Sabine Stöger, Jan Ernst, Robert Korn und unserer Begleitperson Patrycia Ciempka als österreichische Delegation im Ring Ring Village Japan. Dort trafen wir Kinder aus China, Deutschland, England, Italien, Japan, Korea, Mexiko, Niederlande, USA, Schweden und Norwegen. Alle Tage im Village waren ausgefüllt mit tollem Programm, Spiel und Spaß.
Um uns besser kennenzulernen, spielten wir anfangs "Name-Games", und bald waren wir alle gute Freunde und hatten den "Urspaß" im Village. Ein besonders lustiger Tag war der "JC's Crazy Day". Schon beim Frühstück saßen wir am Boden, weil alle Sessel verschwunden waren und die Tische am Kopf standen. Mittags aßen wir mit den Fingern, weil das Besteck unauffindbar war. Am Abend präsentierten die JC's ihre Länder in einer sehr lustigen Form. Aber auch die Nacht wurde nicht ruhig, denn um 1 Uhr wurden wir mit Getöse geweckt und mußten uns auf Geistersuche begeben. Alle JC's hatten sich als schreckliche Gespenster verkleidet, die man suchen mußte. Sobald man einen Geist gefunden hatte, war eine bestimmte Aufgabe zu lösen.
Lustig und interessant waren auch die "National Days", wo jede Delegation ihr Land mit Tanz, Gesang, Show und Essen vorstellte.
Am "Open Day" kamen Besucher ins Village. Sie wurden mit Essen und Shows der Kinder verwöhnt und konnten im CISV-Shop einkaufen. In der "Casino-Night" bekamen wir Spielgeld, das wir bei verschiedenen Glücksspielen einsetzten. Wir warfen mit nassen Schwämmen nach einem Leader, der bei jedem erfolgreichen Treffer die Zunge herausstreckte, ließen uns die Zukunft voraussagen und vieles mehr. Mehrmals besuchten wir ein Schwimmbad, was bei diesen hohen Temperaturen natürlich ein Riesenspaß war.
Interessant war der "Shopping-Day" in Tokio. Das Angebot war riesig und die Entscheidung sehr schwer, welches Geschenk man für zu Hause kaufen sollte. Faszinierend war auch Nikko, wo wir in einer Parkanlage mit einer Ninja-Show, einem nachgestellten Folterhaus und einer Wassershow unterhalten wurden. Die alten Tempelanlagen in Nikko-Tosho-Gu gaben natürlich ein gutes Fotomotiv, da sie mit ihren bunten Farben und kunstvollen Schnitzereien unvergleichlich schön waren. Bei den Familien-aufenthalten hatte ich besonderes Glück. Mit der ersten Familie, die übrigens einen russischen Windhund besaß (ein streng riechender Hund übrigens), besichtigte ich den Tokio-Tower, der 330 Meter hoch ist. Im Tower befindet sich auch ein Wachsfigurenkabinett, ein Hologrammuseum und viele Geschäfte. In Tokio gibt es immer Verkehrsstau.
Die zweite Familie wohnte in einer dreistöckigen Villa mitten in einem wunderschönen Park. Von dieser Familie wurden ich und meine koreanische Freundin ins Disneyland eingeladen. Wir besuchten Joypolis (ein virtueller, hochtechnischer Vergnügungspark), eine Hundeschau und gingen dreimal pro Tag in feine Restaurants. Von dieser Familie bekam ich auch sehr viele Geschenke. Beide Familien waren sehr liebevoll, und ich möchte mit ihnen in Kontakt bleiben. Am letzten Tag fand ein "Candlelight-Dinner" statt. Alle kleideten sich fein. Die Buben schmierten sich Gel ins Haar und sprühten sich mit AXE ein. Bei Kerzenlicht wurde ein exquisites Menü serviert (mit Rot- und Weißwein - das war rotes Fanta und Sprite). Beim Abschied wurden viele Tränen vergossen. Ich werde Japan nie vergessen und auch nicht meine vielen neuen Freundinnen und Freunde aus aller Welt.
Sayonara Anna.
Diese Seite wurde von Obelix am 4.5.99 erstellt.