1999Liebe Freunde von CISV!
Ein aufregendes und spannendes Jahr 1998 prägte unsere Arbeit. Einerseits die Vorbereitung der vielen Kinder, die in die Welt auszogen, um aktive Friedensarbeit zu leisten, und andererseits die Vorbereitungen für die Veranstaltungen in Österreich, welche im Internationalen Sommerkinderdorf in Linz ihren Höhepunkt fanden. Ich darf hier die Gelegenheit nützen, und allen Mitarbeitern und Verantwortlichen für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit im Laufe des Jahres herzlich zu danken.
Wie sich zeigt, ist der Abbau von Vorurteilen und das Kennenlernen anderer Kulturen ein wesentlicher Punkt in der Reduzierung des Agressionspotentials gegenüber anderen Völkern. Das Verstehen von Kulturen durch die Bildung von Freundschaften auf dem ganzen Erdball steht im Vordergrund unserer Arbeit und soll bezwecken, das Tolerieren von anderen Mentalitäten zu ersetzen.
Goethe meinte schon, daß Toleranz bzw. das Tolerieren von Personen zu wenig ist, da tolerieren dulden gleich kommt. Wer fühlt sich schon wohl, wenn er gerade geduldet wird? Somit meine ich, da unsere Arbeit vom Verständnis anderer Kulturen geprägt sein sollte und glaube, da wir einen wichtigen Beitrag in der Jugenderziehung leisten. Bestätigt wird diese Ansicht durch die zahlreichen Zuwendungen der öffentlichen und privaten Hand, die uns unsere Arbeit erst ermöglichen. Im besonderen möchte ich mich hier auch für diese finanziellen Hilfen bedanken und alle Förderer aufrufen, in einer Zeit in der wir glaubten, in Europa gibt es keine Kriegszustände mehr, ihre Unterstützung auch weiterhin zu gewährleisten. Besonderen Dank gilt dem Familien - und Außenministerium sowie der Stadt Linz und Graz, die uns im heurigen Jahr wieder besonders unterstützten.
Besondere Anstrengungen unternehmen wir auch in bezug auf die Weltkonferenz 2000 und können berichten, daß die ersten Planungen und Workshops mit Erfolg abgehalten wurden. Eine intensive Arbeitszeit erwartet uns dazu in den kommenden 20 Monaten und es bedarf noch großen Anstrengungen, um unseren Gäste aus ca. 70 Nationen im Sommer 2000 ein geeignetes Arbeitsumfeld zu präsentieren. Durch die professionelle Arbeit des Konferenzteams unter der Leitung von Architekt Dipl. Ing. Byloff ist dieses Projekt jedoch in besten Händen, und ich bin sicher, da mit unserer aller Hilfe sich Österreich als würdiges Land zeigen wird, um solche internationalen Großkonferenzen durchzuführen. In diesem Zusammenhang darf ich auch alle Mitglieder und Interessenten dazu aufrufen, sich ein Herz zu nehmen und sich als aktive Mitarbeiter zu melden. Eine interessante Arbeit kann ihnen garantiert werden. Das Jahr 1999 steht im Zeichen von 3 großen Aktivitäten, die nicht nur ein finanziell angespanntes Jahr versprechen, sondern im Vorfeld der Konferenz 2000 auch die große Präsenz von Österreich auf dem Gebiet von aktiver Friedenserziehung zeigen wird. Sommercamps in Kärnten und der Steiermark sowie im Umfeld Wien werden davon Zeugnis ablegen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Mitarbeitern und Förderern ein aktives und arbeitsintensives Jahr 1999, mit dem Bestreben Freundschaften in der ganzen Welt zu schließen, so daß wir unserem Ziel einer friedvolleren Welt ein wenig näher kommen.